Eine Reise in die Vergangenheit bietet das Internationalen Turnier für traditionelle Anspannung. 100 Jahre alte Kutschen unterschiedlichster Anspannung, vorgeführt von Fahrern und Grooms in stilechter Kleidung, versetzten die Zuschauer der Veranstaltungen in den vergangenen zwei Jahren für einige Stunden in frühere Zeiten und boten gleichzeitig spannenden Sport! Der Concours International d’Attelage de Tradition (CIAT) verzeichnete im Jahr 2011 bereits doppelt so viele Teilnehmer wie im Premierenjahr 2010. 40 Gespanne mit 78 Pferden aus fünf Nationen konnten am letzten Augustwochenende in Celle begrüßt werden. Darunter auch zwei Gespanne mit unseren Hengsten, die sich zum einen mit einem Tandem-Cart, Bj. 1920, geführt von Siegfried Meyer und zum anderen mit einem Stadtwagen von 1900, gefahren von Heinrich Schumacher bestens präsentierten. Ein herrlicher Anblick bot sich den Zuschauern, als sich am Samstag die Fahrer aus Belgien, England, Niederlande, Luxemburg und Deutschland mit ihren historischen Wagen auf den Weg vom Landgestüt zum Celler Schloss machten, um dort ihre Gespanne zu präsentieren. Drei Richter aus Spanien, Deutschland und Frankreich bewerteten die Pferde, die Korrektheit und den Pflegezustand der Geschirre, das Alter und den Zustand der Wagen, den Anzug von Fahrer und Groom sowie den Gesamteindruck.
Prof. Kreuzfeldt aus Deutschland stellte hier wohl ein ganz besonderes Exemplar vor. Denn der von ihm gefahrene Dos a Dos wurde 1910 von seinem eigenen Urgroßvater gebaut. Am Sonntag stand sportliche Leistung im Vordergrund der Veranstaltung. Eine 15 km lange Strecke von Westercelle vorbei am neuen Rathaus und dem Französischen Garten mussten die Gespanne in einer vorgegebenen Zeit bewältigen. Doch nicht nur die Ausdauer sondern auch die Geschicklichkeit wurde auf dieser Distanz abgefragt. So hatten die Fahrer mit ihren Pferden fünf Gehorsamsprüfungen auf dem Weg zum Ziel zu absolvieren. Was einfach aussieht, muss nicht immer einfach sein. Das merkte auch ein Fahrer, der von der Kutsche aus ein Sektglas entgegennehmen und nach 20 Metern wieder abstellen sollte. In vollem Eifer, diese Aufgabe zu meistern, verließ dieser doch fast unfreiwillig seinen Kutschbock. Für den letzten Teil des Turniers fanden sich die Teilnehmer auf dem Paradeplatz des Landgestüts in einem Kegelparcours mit 20 Kegelpaaren wieder. In der jeweiligen Kategorie wurde hier nach Fehlern und Zeit bewertet, bevor es anschließend zur Siegerehrung überging.
Einen krönenden Abschluss dieses ereignisreichen Wochenendes lieferten die Celler Landbeschäler. Mit der Präsentation verschiedener Schaubilder brachten diese bereits einen Vorgeschmack auf die Hengstparaden des Niedersächsischen Landgestüts Celle. Das Internationale Traditionsfahrturnier ist ein Augenschmaus für Hippologen und jedermann mit Empfänglichkeit für Stil und Eleganz!
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Hier finden Sie Impressionen der Jahre 2010 und 2011.